Translanguaging am Beispiel von Lena Goreliks

„Wer wir sind“

Institut für deutsche Sprache und Literatur

Prof. Dr. Stefan Jeuk

J. Wolf

„Was wärst du gerne geworden? (…) Ich stelle mir meine Mutter als Dolmetscherin vor, in einer Konferenz, mit großen schwarzen Kopfhörern an den Ohren.“ -Lena Gorelik/Wer wir sind-

In Lena Goreliks Roman sind immer wieder russische Wörter in den deutschen Text eingebaut, ohne dass eine Übersetzung angeboten wird. Dieses translanguaiging ist in der gesprochenen Sprache zwischen mehrsprachigen Kommunikationspartner*innen üblich,
in der Literatur wird es bisher eher wenig verwendet.
Dieses Schreibverfahren zwingt die Lesenden, will man den Text verstehen, zu einer Analyse von Buchstaben und Wörtern, die eine Verlangsamung des Leseprozesses und ein Nachdenken über Mehrsprachigkeit zur Folge hat.

In dem Beitrag wird translanguaging als Teil multilingualer Praxis vorgestellt und eingeordnet und die Bedeutung solcher Praktiken im Roman einerseits sowie für die multilinguale Schule anderseits diskutiert.